Die wilden 80er – Förderverein läuft zur Hochform auf
6. Auflage von „Rock in Symphony“ auf dem Bornaer Volksplätz zählt rund 2000 Gäste
Ein mitreißendes Konzert ist Geschichte. Rund 2000 Besucherinnen und Besucher auf dem Volksplatz machten die sechste Auflage von „Rock in Symphony“, eingebettet in die Bornaer 775-Jahr-Feier, zu einem Abend voller Stimmung und Emotionen. Dieser 28. August 2026 wird allen, die in der Event-Arena dabei waren, in bester Erinnerung bleiben. Allen voran den Musikerinnen und Musikern, die auf der Bühne die wilden 80er aufleben ließen: das Leipziger Symphonieorchester (LSO) mit dem künstlerischen Leiter und Arrangeur Stephan König, die Gesangssolisten Stine Fischer, Alexandra Schedel und Kai Dannowski sowie die Rockband mit Schlagzeuger Dominique Ehlert, Keyboarder Lennart Jahn, Gitarrist Georg Spieß und Bassist Jacon Müller.
Kaum ein Konzertbesucher dürfte ahnen, wie viel Kraft, Mühe und Aufwand nötig sind, ehe der erste „Rock-in-Symphony“-Ton erklingt. An der Seite der Stadt Borna, die als Veranstalter agiert, der künstlerischen Leitung und des Orchesters bringt sich
der Bornaer LSO-Förderverein von der ersten Stunde an intensiv ein, insbesondere Vereinschef Dr. Tino Schütz und dessen Stellvertreterin Kristina Kügler. Von der Ideenfindung und künstlerischen Mitsprache bis zur Werbung spielt der Verein eine
unschätzbare Rolle.
Am Konzerttag liefen etliche Mitglieder und freiwillige Helfer auch dieses Mal zur Höchstform auf. Etwa ein Dutzend Frauen halfen bei der kulinarischen Versorgung der Künstler und Techniker, stellten sich zu Hause an den Backofen, schmierten am
Nachmittag um die Wette Canapés. Appetitliche Schnittchen und Obstschalen, Kaffee und Kuchen – in der Probenpause und vor dem Konzert wurde beherzt zugegriffen. Mit Kissen, Decken und Jacken unter den Armen rückten die ersten Konzertgäste
schon vor dem Einlass um 18 Uhr an. Dort übernahmen die Vereinsmitglieder Bärbel und Joachim Steinhäußer mit Romy Jakubaschk von der Bornaer Stadtverwaltung souverän und routiniert die Ticketkontrolle.
Über Stunden baute Vereinsvorsitzender Dr. Tino Schütz seine Technik auf, schaute nachmittags immer wieder besorgt zum Himmel, dessen Regenwolken zum Glück rechtzeitig verschwanden. Er bespielte während des Konzerts die 375 Quadratmeter
große Filmwand hinter der Bühne – an den Kameras von Uwe Buchheim und Karlheinz Hermann attestiert. Die Titeleinblendungen während der Simultanübertragung hatte der Hobby-Regisseur und Technik-Freak am heimischen Computer vorbereitet und arrangierte vom ersten Ton an mit professioneller Hand die übergroßen Konzertbilder und Videoeinspielungen.
„Zurück in die Zukunft“ – die eingängige Melodie des Erfolgsfilms stimmte die 2000 Gäste in der Freiluft-Arena auf einen Abend ein, der unter dem Motto „Die wilden 80er“ kaum Wünsche offen ließ – auch wenn nur ein Bruchteil der musikalischen
Genialität dieses Jahrzehnts auf die Bühne gebracht werden konnte. Ob „The power of love“ (Huey Lewis & The News), „99 Luftballons“ (Nena) oder Rosanna (Toto) – der Funke sprang rasch von der Bühne zum Publikum. Raunen, als die Geige beim
DDR-Medley Citys „Am Fenster“ anstimmte und Hits von Karussell, Lift und Karat eingebettet wurden.
Nach der Pause riss beim Michael-Jackson-Medley das Solo von Drummer Dominique Ehlert die Leute mit. Hits von Peter Gabriel („Slegdehammer“), Kate Bush („Running up the hill“), Prince („Purple rain“), A-ha („Take on me“) und anderen Stars erfüllten das Rund, Handys leuchteten in den Nachthimmel, nicht wenige Gäste wiegten sich im Tanz oder sangen textsicher mit. „The final countdown“ von Europe bildete natürlich nicht den Schlusspunkt. Nach Blumen für die Hauptakteure des Abends zogen das Orchester, das stimmgewaltige Gesangs-Trio und die Band zwei Zugaben. Und spätestens bei „We are the world“ von Michael Jackson und Lionel Richie stand der ganze Volksplatz.
„Super“, schwärmte Sally Martin, Leiterin des Fachdienstes Kultur im Bornaer Rathaus, nachdem der letzte Ton verklungen war. Von Jahr zu Jahr seien mehr Besucher auf dem Volksplatz, darunter etliche Stammgäste. „Die kommen, weil jedes Konzert Überraschungen bietet und anders ist. Viele finden das Format cool, wir haben uns damit echt einen Namen gemacht.“ Bornas Kulturchefin, der wegen des glatten Verlaufs und Wetterglücks nach dem Konzert ein Stein vom Herzen fiel, verweist schon jetzt auf den 4. September 2027 – dann ist Volumen 7 von „Rock in Symphony“ zu erleben.
Auch von Arrangeur und Dirigent Stephan König fiel nach dem letzten Lied die Spannung ab. „Es war ein wunderbarer Abend, es war ein tolles Publikum. Ich denke, wir haben mit dem Konzept ,Rock in Symphony' einen Nerv getroffen.“ (Lesen Sie
dazu auch das Interview mit König.) Vereinsvorsitzender Dr. Tino Schütz war ebenfalls euphorisch und glücklich: „Tolles Publikum, tolle Veranstaltung“, lautete sein Fazit. Das Konzert habe ihm „wahnsinnig gut“ gefallen. „Es waren viele bekannte Songs, auf die das Publikum richtig gut reagiert hat.“
Text & Fotos: Frank Prenzel
























